Ab nach Timbuktu
Nov 26th, 2008 by Katharina
„Salz kommt aus dem Norden, Gold aus dem Süden
und Silber aus dem Land des weißen Mannes,
aber das Wort Gottes und die Schätze der Weisheit
sind nur in Timbuktu zu finden.“
(Afrikanisches Sprichwort)
Heute schicke ich Euch in die Wüste! Da braucht ihr gar nicht beleidigt zu sein, denn heute reisen wir in die afrikanische Oasenstadt Timbuktu, die am südlichen Rand der Wüste Sahara liegt. In der abgeschiedenen Wüstenstadt treffen drei Karawanenrouten zusammen, weshalb sie lange Zeit ein wichtiger Handelsknotenpunkt der Wüste war. Vom Mittelmeer hinunter bis nach Timbuktu und über den Niger weiter nach Süden verliefen die großen Straßen des Transsaharahandels und es wurde mit Gold, Salz, Getreide, Stoffen, Zucker, Tee aber auch Sklaven gehandelt.
Da Timbuktu lange Knotenpunkt des Transsaharahandels war, erklärt sich schnell, weshalb sich die Bevölkerung aus den Angehörigen verschiedenster Volksgruppen zusammensetzt. In Timbuktu finden sich Berber, Mauren, Songhai, Mandinka und auch die Bambara. Timbuktu gilt als Ort, der sehr weit weg, beinahe unerreichbar ist und auch als Stadt der goldenen Dächer. Doch beides lässt sich heute nur noch schwer über Timbuktu sagen. Denn inzwischen besitzt Timbuktu einen eigenen Flughafen und ist somit alles andere als schwer zu erreichen. Und als wir die Stadt betreten sind auch wir etwas enttäuscht. Von goldenen Dächern ist nichts zu sehen. Es ist staubig, braun-grau und die Menschen und Häuser wirken sehr trostlos. Die ganze Stadt scheint aus Sand gebaut zu sein. Doch es ist nur unsere falsche Erwartung, die unser erstes Bild von der Stadt so verzerrt. Denn als wir plötzlich mitten in der Altstadt stehen und die uralten Moscheen aus Lehm besichtigen, ändert sich unsere Meinung sehr schnell. Nicht umsonst wurde Timbuktu von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Besonders gut gefallen uns die Moscheen Djinger-Ber am südwestlichen Stadtrand, die Moschee Sankoré und die Moschee Sidi Yahia. Das erstgenannte islamische Gebetshaus ist übrigens die älteste Moschee Westafrikas.
