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Santiago de Chile

Copyright by Okwest/Flickr

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Wir stehen auf einem Hügel mitten in einem Park und blicken über die Hauptstadt Chiles. Wir sind die Treppen hinauf gestiegen und stehen nun - etwas außer Atem - auf der Aussichtsplattform des Cerro Santa Lucía und schwitzen ein wenig. Dennoch nehmen wir das fantastische Panorama wahr. Hier sind wir nun also. Mitten in Santiago de Chile. Hinter den vielen Hochhäusern sehen wir die Umrisse der Anden. Wirklich wunderschön! Findet ihr nicht?

In und um Santiago leben ganze 40 Prozent der Bevölkerung Chiles, das sind rund 6 Mio. Menschen. Wir verlassen den Park und stürzen uns mitten in das Leben der Metropole. Wir wollen einfach durch die Straßen schlendern und die Atmosphäre Santiagos in uns aufnehmen. Plötzlich bleiben wir vor einem Haus stehen. Genauso haben wir uns immer „Das Geisterhaus“ aus dem Roman von Isabel Allende vorgestellt. Das Buch war einfach fantastisch und schon geht die Fantasie mit uns durch und wir stellen uns vor, wie sich die Tür des Hauses öffnet und Clara mit ihrer Tochter Blanca heraustritt. Der Originaltitel des Romans ist spanisch und lautet „La casa de los espíritus“. Es wurde 1984 erstmalig in Deutschland veröffentlicht und ist ein echter Klassiker. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben! Es erzählt die Geschichte einer chilenischen Familie zwischen den Jahren 1920 bis zum Militärputsch 1973. Verträumt stehen wir immer noch vor dem fremden Haus und entscheiden uns weiter zu gehen. Adios, Clara, adios Blanca!

Nun zieht es uns zum Palacio de la Moneda. Wir stehen vor dem prachtvoll restaurierten Präsidentenpalast, der 1805 aufgrund einer Verwechslung in der Verwaltung als Münzprägeanstalt erbaut wurde. Der Palast ist ein blutiger Schauplatz des bereits schon erwähnten Militärputsches vom 11. September 1973 gegen Salvador Allende durch den darauf folgenden Diktator Augusto Pinochet. Salvador Allende (übrigens Onkel der Schriftstellerin Isabel Allende) war drei Jahre lang Präsident Chiles und sein Ziel war es aus der bürgerlichen Demokratie des Landes einen sozialistischen Staat zu machen. Doch 1973 wurde er durch den Putsch gestürzt und bis heute kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob er sich nach der Kapitulation selbst erschoss oder von den eingedrungenen Soldaten erschossen wurde. Wir blicken auf das große, weiße Gebäude und dann auf das Denkmal Salvador Allende. Wir atmen tief ein, denken noch einmal an seine tragische Geschichte, die sich vor fast 40 Jahren hier ereignet hat und machen uns dann auf den Heimweg. Adios, Santiago. Der Alltag ruft uns zurück an den Schreibtisch…

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