In den Fußstapfen Dschingis Khans
Sep 6th, 2008 by Katharina
Welche Bilder entstehen in Eurem Kopf, wenn ihr an die Mongolei denkt? Die meisten Menschen denken an Dschingis Khan, endlose Steppen, Wüsten und Pferde. Aber alle Bilder wirken farblos, die Mongolei ist kein weit verbreitetes Reiseziel und nur die wenigsten von uns haben jemals Fotos aus diesem Land gesehen. Und genau aus diesem Grund möchte ich Euch heute mit in die Mongolei nehmen. Schnall Euch an und lasst uns die Reise beginnen.
Wir finden uns in einem Minibus mitten in Asien wieder. Wir sind in der Mongolei, eines der höchstgelegenen Länder der Welt und tuckern auf den holperigen Straßen Richtung Hustai Nationalpark. Der Park liegt etwa 95 Kilometer westlich von der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator und umkreist den Birkenberg, der auf mongolisch Hustain Nuruu heißt. Im Jahre 1992 starteten die Holländerin Inge Bouman und ihr verstorbener Ehemann hier ein sehr erfolgreiches Projekt: die Auswilderung von Takhis (auch Przewalsks genannt), der einzig überlebenden Wildpferdart der Welt. Diese Steppenwildpferde waren in den sechziger Jahren aus der freien Wildbahn verschwunden und konnten dank des engagierten Ehepaars aus in Zoos lebenden Tieren wieder nachgezüchtet werden. Wir schauen über die weite Steppe und beobachten diese kleinen, mongolischen Wildpferde mit ihrem hellbraunen Fell beim Grasen. Wir erfahren, dass in diesem Gebier auch Hirsche, Wölfe und Murmeltiere leben. Und außerdem sagt man uns, dass dieser Flecken Erde einst Jagdrevier für Dschingis Khan war. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie der Herrscher der Mongolen hier im 13. Jahrhundert entlang ritt. Der große Krieger, der mächtige Kahn, der einst die mongolischen Stämme vereinte und weite Teile Zentralasiens und Nordchinas eroberte. Plötzlich kommt ein alter Mann auf uns zu, ein Mongole. Er lächelt uns schon von Weitem an. Er sagt: „Sayn bayna uu!“. Das heißt wohl Hallo oder Guten Tag. Er lächelt so freundlich, dass uns das Herz aufgeht und auch wir unseren Mund zu einem warmen Lächeln ziehen. „Die Reise für heute ist vorbei, nicht wahr?“, fragen wir den alten Mongolen und er nickt. Und so verlassen wir die schöne Mongolei und kehren zurück in die Realität. Bayartay, alter Mongole, auf Widersehen!