Auf dem Roten Platz
Sep 15th, 2008 by Katharina
Добрый ден! Das heißt „Guten Tag“ auf Russisch und wird “Dobri djen“ ausgesprochen. Heute befinden wir uns in Russlands Hauptstadt im sagenumwobenen Moskau. Der russische Schriftsteller Lew Tolstoi sagte einst über sie: „Jeder russische Mensch fühlt, wenn er auf Moskau blickt, dass es seine Mutter ist“. Wir wählen eine zentrale Stelle und reisen zum Wahrzeichen der Stadt: zum Roten Platz.
Der Rote Platz heißt auf Russisch “Krasnaja Ploschtschad” und bedeutete einst „Schöner Platz“. Doch das Wort „Krasnaja“ veränderte im Laufe der Zeit seine Bedeutung und wird heute nur noch im Zusammenhang mit der Farbe Rot verwendet. So kommt es, dass wir den Platz „Roter Platz“ nennen. Er befindet sich in der Altstadt von Moskau, ist rechteckig und gute siebzig Meter breit und 330 Meter lang. Eine Seite des Platzes läuft entlang der Mauer des Kremls, der Residenz des russischen Präsidenten. Auch das edle, im neorussischen Stil erbaute Kaufhaus GUM ist hier am Roten Platz zu finden und führt Ladenketten aller bekannten Marken dieser Welt. Von Louis Vuitton über Cartier bis hin zu Puma – hier finden sich alle Markenprodukte, die ein modernes “Fashion victim“ begehrt. Doch wir entscheiden uns gegen einen Shopping-Nachmittag und blicken erneut über diesen berühmten Platz im Herzen Moskaus.
Am südlichen Ende des Roten Platzes ragen die einzigartigen Türme der Basilius Kathedrale mit ihren bunten Kuppeln in den Himmel. Dieses wunderschöne Gotteshaus wurde 1555 von Iwan dem Schrecklichen in Auftrag gegeben. Laut einer Sage, soll Iwan IV. den Erbauer der Kathedrale nach dessen Fertigstellung gefragt haben, ob er in der Lage sei, noch einmal eine so schöne Kathedrale zu bauen. Als dieser angeblich stolz verkündete, dass er mit Sicherheit noch eine viel schönere Kirche errichten könnte, ließ Iwan der Schreckliche ihm die Augen ausstechen, damit er nicht mehr in der Lage sei irgendwo auf dieser Welt ein vergleichbar schönes Werk zu bauen. Ein kleiner Schauer läuft uns über den Rücken und während wir noch einmal die Basilius Kathedrale betrachten und dann machen wir uns auf den Heimweg an unseren Computer.
