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Copyright by Newyork75/Flickr

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Hallo Ihr Lieben! Unsere letzte Fantasie-Reise war eine Fahrt in der Transsibirischen Eisenbahn (Transib). Doch auf dem Weg vom Startbahnhof Moskau zur Endhaltestelle Wladiwostok sind wir müde geworden und so haben wir es nur bis Nowosibirsk geschafft, sind ausgestiegen und zu unserem Schreibtisch zurückgekehrt. Und so steigen wir heute auch wieder in Nowosibirsk ein und bringen unsere Reise mit der Transib zu Ende. Wir warten am Bahnhof und sehen zu, wie der Zug einfährt. Von Moskau bis Nowosibirsk haben wir bereits 3303 Kilometer hinter uns gebracht. Nun liegen noch unglaubliche 5956 Kilometer vor uns bis wir endlich das Ende der Bahnstrecke erreichen!

Die Türen vom Zug öffnen sich, Menschenmengen drängen hinaus und kurz danach zwängen wir uns zusammen mit vielen anderen Leuten, die hier am Gleis stehen in den Zug hinein. Schnell haben wir unser Abteil gefunden und begeben uns in die Kabine, in der bereits drei junge Leute sitzen. Es sind drei russische Studenten, die uns mit einem freundlichen „Priwet!“ (russ.: Hallo) begrüßen. Noch bevor wir sitzen hat sich der Zug schon wieder in Bewegung gesetzt. Die Zeit im Zug vergeht schnell, denn die jungen Russen sind äußerst nett und so verbringen wir spaßige Stunden zusammen. Nach 1850 Kilometern hält der Zug in der Universitätsstadt Irkutsk. Sie liegt unterhalb des Irkutsker Stausees im südlichen Sibirien und besitzt ein wunderschönes Gotteshaus - die Spasskaja-Kirche (russ.: Spasskaja = Erlöser). Sie ist eines der ersten Gebäude in Sibirien, das aus Stein gebaut wurde. Sie wurde 1710 errichtet und beherbergt heute unter anderem einen Teil des Heimat- und Geschichtsmuseums von lrkutsk. Meine neuen russischen Freunde erklären mir in einem gebrochenen Englisch, dass Irbutsk aus einem Ostrog entstanden ist. Für alle, die nicht wissen, was ein Ostrog ist: es handelt sich um eine hölzerne Festung, die russisch-kosakische Siedler am Ufer des Flusses errichteten, um sich vor den Angriffen der einheimischen Bevölkerung zu schützen. Aus diesem Ostrog entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Siedlung, die nach und nach zu einem bedeutenden Verwaltungs- und Handelszentrum heranwuchs. Noch während des Gespräches über die Stadt Irbutsk fährt der Zug bereits weiter durch die sagenhaft schöne Landschaft. Nach weitern 3167 Kilometern (puh… was für eine lange Strecke!) halten wir in Birobidschan. Wir befinden uns nun in der Hauptstadt der ehemaligen jüdischen autonomen Region im Osten Russlands. Der Name Birobidschan setzt sich aus den beiden ewenkischen Flussnamen „Bira“ (ewenk.: Fluss) und Bidschan (ewenk.: Lagerplatz) ab, die in dieser Gegend zusammenfließen. Ewenkisch ist übrigens eine tungusische Sprache, die in vielen teilen Sibiriens, Chinas und der Mongolei gesprochen wird. Von hier aus sind es noch 939 Kilometer bis nach Wladiwostok. Als wir endlich am Ziel ankommen, können wir es kaum glauben, eine so große Strecke bewältigt zu haben. Wir stehen nun in Wladiwostok, das übersetzt so viel wie „Beherrsche den Osten“ bedeutet. Sie liegt am Japanischen Meer und besitzt den größten russischen Hafen am Pazifischen Ozean. Das erste, das uns auffällt sind die vielen asiatischen Automodelle. Wir haben viel mehr russische Autos vermutet, aber die meisten Fahrzeuge kommen hier eindeutig aus Japan oder Korea. Bevor wir wieder heimkehren und bewusst an unserem Comuter sitzen, gönnen wir uns zusammen mit unseren neuen russischen Freunden noch ein Glas grünen Tee. Mit einem wehmütigen „Paka“ (russ.: Tschüss) und „dasswidanja!“ (russ.: Auf Wiedersehen) verabschieden wir uns und verlassen das aufregende Wladiwostok.

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