Eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn Teil1
Nov 19th, 2008 by Katharina
Hallo Ihr Lieben! Heute unternehmen wir eine Bahnfahrt! Wir starten in Moskau, der Hauptstadt der Russischen Föderation und begeben uns zur ersten Station der 9288,2 km langen Transsibirischen Eisenbahn (Transib). Sie ist die längste durchgehende Eisenbahnverbindung der Welt und wir wollen heute mit ihr quer durch Eurasien fahren. Wir starten am Jaroslawler Bahnhof in Moskau und sind froh, dass bei unseren Fantasiereisen keine Visa von Nöten sind und wir uns einfach so in den Bahnsitz sinken lassen können. Bevor es los geht, habe ich noch ein paar interessante Fakten für Euch: die Transsib überquert bei ihrer Fahrt sechzehn große Flüsse. Sie führt über folgende Flüsse: Wolga, Wjatka, Kama, Tobol, Irtysch, Ob, Tom, Tschulym, Jenisej, Oka, Selenga, Seja, Bureja, Amur, Chor, Ussuri. Außerdem fährt die Transsib durch sieben Zeitzonen, passiert 89 Städte und vier große Landschaften: die Wolga- Ebene, den Ural, die westsibirische Steppe und die ostsibirische Bergtaiga. Habe ich Euch Lust gemacht loszufahren? Dann Türen zu und los geht’s!
Wir stehen am offenen Fenster der Bahn und schauen dabei zu, wie die Landschaft an uns vorbeizieht. In der Hand einen Tee genießen wir das Abenteuer, auf das wir uns heute eingelassen haben. Nach 917 Kilometern haben wir Kirow erreicht. Die Stadt liegt am Fluss Wjatka (Nebenfluss der Kama) und trug bis 1934 auch dessen Namen. Bald sind wir an Kirow schon wieder vorbei und verlassen das Industrie- und Handelszentrum, das inmitten eines landwirtschaftlichen Gebiets liegt. Wir fahren weitere 861 Kilometer und kommen nach Jekaterinburg. Die Stadt liegt am Osthang des Mittleren Ural und ist eine wichtige Industrie- und Universitätsstadt. Sie ist die viertgrößte Stadt Russlands und ist nur circa 40 Kilometer von der imaginären Trennlinie zwischen Europa und Asien entfernt. In der Nacht zum 17. Juli 1918 wurde hier Nikolaus II. (der letzte russische Zar) mit seiner Familie von den Bolschewiki erschossen. Hier haben wir einen Zeitunterschied von 4 Stunden gegenüber Deutschland und 2 Stunden gegenüber Moskau. Doch schon setzt sich der Zug wieder in Bewegung und wir fahren weiter. Wir lassen uns ein Glas frischen Tees aus dem Samowar geben. Weitere 898 Kilometer weiter halten wir in Omsk. Sie ist die siebtgrößte Stadt Russlands und kultureller Mittelpunkt Sibiriens. Hier finden sich Hochschulen und Forschungsinstitute und auch Industrie. Doch auch hier halten wir nicht lange. Der Zug ruckelt und fährt wieder los. Nach weiteren 627 Kilometern erreichen wir Nowosibirsk. Da kann ich es natürlich nicht lassen und beginne direkt das Lied „Willenlos“ von Westernhagen zu singen: „…ihr Name war Natascha, sie kam aus Nowosibirsk, wir tranken Wodka aus Flaschen, sie hätt’ mich beinah erwürgt. Sie hatte Stolz gar keine Frage, ich schickte ihr Orchideen, man ich war wirklich nicht in der Lage, ihr aus dem Wege zu gehen…“ und zum Refrain singen wir aus voller Kehle: „Hey Mama was ist mit mir los? Frauen gegenüber bin ich willenloooos!“. Nun haben wir 3303 Kilometer hinter uns und sind wirklich erschöpft. Bis zum Ziel nach Wladiwostok schaffen wir es heute nicht mehr und darum kehren wir für heute zurück an unseren Schreibtisch. Nach dieser langen reise gönnen wir uns jetzt erst einmal einen kleinen Schluck Wodka. Ich sage nur: Nastrovje! – Prost!
Tolle Phantasie-Reise! Aber ich kann die Reise auch in der Realität sehr empfehlen - auch wenn sie wesentlich länger dauert. Gut vorbereitet ist es eine ausgesprochen spannende Angelegenheit