O’zapft is’!
Sep 21st, 2008 by Katharina
Wohin wir heute unsere Fantasiereise machen? Natürlich nach München zum Oktoberfest, das gerade eröffnet wurde! Oberbürgermeister Christian Ude von der SPD eröffnete am Samstag pünktlich um 12:00 Uhr Mittag das 175. Oktoberfest und überreichte die erste Maß Bier ganz traditionsgemäß dem bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein. Er hatte gerade einmal zwei Schläge gebraucht, um das Bierfass anzuzapfen. Ein Rekordwert! Danach krachten zwölf laute Böllerschüsse über die Wiesn, das Zeichen für die anderen Wirte, dass Ausgeschenkt werden darf.
Wir stehen zwischen den vielen Gästen des Oktoberfestes und sind umringt von Dirndl tragenden Damen und zahlreichen Herren in Lederhosen. Für knapp acht Euro kaufen wir uns erst einmal eine kühle Maß Bier und setzen uns an einen freien Platz am Biertisch, den wir gerade noch so ergattern können. Hier wird schon ordentlich gefeiert und geschunkelt und wir lassen uns von der lustigen, ausgelassenen Stimmung mitreißen. Unser Tischnachbar zur unseren Rechten unterhält sich gerade angeregt mit einem „feschen Madl“ ihm gegenüber. Er erklärt ihr, warum die Wiesn dieses Jahr angeblich einen schlechten Start hatten. Er gestikuliert wild, während er ihr von Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein erzählt, der doch tatsächlich während einer Bierzeltrede zum Thema „Alkohol am Steuer“ sagte: “Es ist nicht das Problem, wenn einer eine Maß trinkt, oder wenn er ein paar Stunden da ist, auch zwei!”. Unser Sitznachbar schüttelt den Kopf und ist völlig fassungslos, das so ein Ausspruch von einem Politiker kommen kann. „Das ist doch eine Aufforderung betrunken Auto zu fahren!“, brüllt er, „Und dann verweigert seine Frau auch noch das Dirndl!“. Das kann unser Nachbar noch weniger verstehen. Doch sein größtes Bedauern trifft den FC Bayern. „Stell Dir vor“, beginnt er, „Die Jungs verlieren ein Heimspiel während der Oktoberfestsaison und kassieren dabei ganze FÜNF Gegentore!“. Fassungslos schüttelt er den Kopf und lässt sein Gesicht in die Hände sinken. „Und weißt Du gegen wen die Truppe verliert? Ausgerechnet gegen die Bremer, die ärgsten Rivalen der letzten Jahre! Unfassbar!“, beendet er seine emotionale Rede. Das Mädel ihm gegenüber lächelt ihn an und sagt: „Wen schert das schon? Hauptsache wir haben Spaß, oder?“. Wir prosten ihr zu und lassen einen großen Schluck Bier unsere Kehle hinunterlaufen.
Nun noch ein kleiner bayrischer Trinkspruch und dann geht auch schon wieder Heim:
Saufn mer, sterbn mer.
Saufn mer net, sterbn mer a.
Oiso, saufn mer!