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Südtirol wir kommen!

Copyright by vito-d/Pixelio

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Freunde, packt die Koffer! Jetzt geht es in die Südtiroler Landeshauptstadt Bozen im südlichen Teil der Alpen. Wir wollen den weltberühmten Ötzi besuchen, uns dann die Wanderschuhe zuschnüren und die Bergwelt entdecken. In Bozen begegnen sich Nord- und Südtirol, hier treffen deutschsprachige und italienisch sprechende Tiroler aufeinander. Die Stadt liegt in einem Talkessel und wird von hohen Bergketten gesäumt. Mit seinem mediteranen Klima und wundervollen Landschaft lockt es viele Besucher an – so wie uns.
Um uns einen Eindruck des Ortes machen zu können, möchte ich an dieser Stelle den Extrembergsteiger Reinhold Messner zitieren:

“Für mich ist Bozen ein Berg, der sich in eine Stadt verwandelt hat. Sobald du dich bewegst, ändert er sein Aussehen. Du fährst fort und das Profil wird ein anderes, du kommst zurück und entdeckst immer neue Seiten. Er spricht unterschiedliche Sprachen. Er ist im Grunde ein Schauspieler, bezaubernd und widersprüchlich, abweisend und anziehend, warmherzig und kalt”

Als erstes zieht es uns ins Archäologiemuseum. Dort wollen wir den Ötzi besuchen. Vor über 5000 Jahren stieg Ötzi in die Berge, hinauf in die Schnalstaler Gletscher und starb. Das Eis und die Kälte mumifizierten den Mann aus der Kupferzeit zusammen mit seiner Kleidung und Ausrüstung und konservierte ihn. Am 19. September 1991 entdeckten die Bergsteiger Erika und Helmut Simon die tiefgefrorene Leiche des Ötzi. Er trug eine Mütze, einen Fellmantel, Beinkleider und ein Lendenschurz aus Leder. An seinen Füssen fanden sich ein Paar gefütterter Schuhe. Zudem trug er eine Ausrüstung bei sich die aus verschiedenen Gegenständen bestand: ein Bogen inklusive Köcher und Pfeilen, ein Beil mit Kupferklinge, ein Dolch mit Feuersteinklinge, eine schwarze Masse zum Entzünden von Feuer, Birkenrindengefäße, ein kleines Netz und Knochenspitzen. Es ist ein unglaublicher archäologischer Fund. So haben Menschen vor 5000 Jahren ausgesehen! Ein kleines Fenster im Museum erlaubt es uns, einen neugierigen Blick in die Kühlkammer zu werfen. Hier liegt Ötzi auf einer Präzisionswaage bei minus sechs Grad Celsius und 98 Prozent Luftfeuchtigkeit. Wirklich unglaublich!

Nun möchten wir noch an die frische Luft in die Berge. Eine Wanderung in dieser atemberaubenden Landschaft. Krönender Abschluss soll der Sonnenuntergang am Rosengarten sein. Der Rosengarten ist ein Bergmassiv der Südtiroler Dolomiten und liegt circa 20 km östlich von Bozen. Laut einer Sage soll der Zwergenkönig Laurin einst einen Rosengarten auf dem Berg gehabt haben, der so wunderschön war, dass zur Dämmerung der ganze Berg im Rot der Rosen leuchtete. Durch das Unglück des Zwergenkönigs, der gefangengenommen wurde und daraufhin einen Fluch aussprach, kann niemand außer ihm mehr die Rosen mit bloßen Augen sehen. Nur das leuchtende Rot während des Sonnenuntergangs erinnert an den unglücklichen Laurin und seinen Rosengarten.

Zum Abschluss noch ein Zitat von Herbert Rosendorfer, einem aus Bozen stammenden Schriftsteller:

„Die Stadt ist dunkel, von der Hitze des Tages noch warm. Nur an der Talfer weht die kühle Luft aus dem Sarntal heraus. Sanft überzieht der Duft von Jenesinger Speck, Olivenöl und Parmesan die Wasserpromenade. Der Rosengarten färbt sich in das hinlänglich bekannte Glühen. Die Silhouette des Mendel zeichnet sich gegen den Himmel in einem unnennbaren Violett. Es ist ein arkadisches Licht…“

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