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Copyright by Janusz Klosowski/Pixelio

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Ja, meine lieben Reisefreunde, so verrückt das klingt, aber heute reisen wir an einen Ort, der an einem Grabenbruch liegt, also genau zwischen zwei Erdplatten. Wir befinden uns in Island mitten im Nordatlantik zwischen der eurasischen Erdplatte im Osten und der amerikanischen Erdplatte im Westen. Diese zwei Platten driften jährlich übrigens circa zwei Zentimeter auseinander. Island ist die größte Vulkaninsel der Welt und 100.250 Quadratkilometer groß. Damit ist Island neben dem Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland der zweitgrößte Inselstaat in Europa.

Uns zieht es in den Þingvellir-Nationalpark, der im Südwesten der Insel liegt. Hier wird Geschichte lebendig. Im Jahre 930 wurde zum ersten Mal das traditionelle gesetzgebende Alþing abgehalten, eine 14-tägige Versammlung unter freiem Himmel. Hier wurden neue Gesetze gemacht, aber auch Gericht gehalten und Streitigkeiten geschlichtet. Damit ist es eines der ältesten Parlamente der Welt; nach denen im Griechenland der Antike. Es überlebte bis 1798, als die Dänen das Alþing auflösten. Außerdem wurde an dieser Stelle am 17. Juni 1944 die Republik Island ausgerufen. Seit 2004 gehört Þingvellir zu dem UNESCO-Weltkulturerbe. Þingvellir befindet sich am nordwestlichen Ende des Þingvallavatn-Sees. Grüne Wiesen, Steine, blauer Himmel und viel Wasser. eine wunderschöne Landschaft, die zum Träumen einlädt.

Doch Island hat in diesen Tagen gerade nichts zu lachen. Die weltweite Finanzkrise hat die Republik stark getroffen. Isländische Banken und Politiker warnen vor dem großen Zusammenbruch und erst am Montag hielt Ministerpräsident Geir Haarde eine Rede, in der er über das Fernsehen folgendes bekanntgab: „„Im schlimmsten Fall könnte die isländische Wirtschaft in den Abwärtssog der Banken gezogen werden, mit dem Ergebnis eines Staatsbankrotts“. Viele Isländer stürmen bereits die Banken, um ihr Geld abzuheben und nicht wenige Bürger tätigen Hamsterkäufe in den Supermärkten. Die Angst ist verständlicherweise groß! Hoffen wir, dass Island durch die Notstandsgesetze und durch eventuelle Hilfe von Außen den Staatsbankrott verhindern kann. Und hoffen wir, dass es in Deutschland nicht auch so weit kommt!

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